TEXT ZU DEN BESONDEREN EVENTS UND SONSTIGES

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EVENTS UND BESONDERE AKTIONEN

Ein Rei­se­be­richt von JUMA-Teilnehmer Hakan Ilhan

Auf Ein­la­dung des US-State Depart­ments sind wir als Ver­tre­ter des JUMA-Projekts vom 09.10.2012 bis zum 17.10.2012 in die USA geflo­gen. Die Reise fand im Rah­men des Inter­na­tio­nal Visi­tors Lea­dership Pro­gram statt. Inhalt­lich ging es um Reli­gious and Eth­nic Diver­sity.

Unsere Rei­se­gruppe bestand aus ins­ge­samt 10 Per­so­nen, davon 7 Mus­lime, ein Christ, eine Jüdin und eine Bahaí. Alle Mit­glie­der waren zwi­schen 18 und 30 Jahre alt und wur­den von den Ver­ant­wort­li­chen des JUMA-Projektes aus­ge­wählt, wobei bestimmte Aus­wahl­kri­te­rien berück­sich­tigt wer­den muss­ten.

Unsere Reise führte uns in die Städte New York und Detroit für jeweils 4 Tage. Die Ziele wur­den vom US State Depart­ment bestimmt und soll­ten einen mög­lichst brei­ten Ein­druck über die reli­giöse und eth­ni­sche Viel­falt der Ver­ei­nig­ten Staa­ten bie­ten.

Wir wur­den wäh­rend die­ser Reise von zwei ELOs (Eng­lish Lan­guage Offi­cer) beglei­tet, wel­che uns zu unse­ren viel­fäl­ti­gen Ter­mi­nen beglei­tet haben und uns unter­stüt­zend zur Seite stan­den.

Die viel­fäl­ti­gen Erfah­run­gen und Cha­rak­tere, die wir auf die­ser Reise ken­nen­ler­nen durf­ten, wür­den meh­rere Sei­ten fül­len. Jedoch waren einige Tref­fen von so beson­de­rer Art, dass sie hier eine Nen­nung fin­den sol­len.

Wäh­rend unse­res Auf­ent­hal­tes in New York konn­ten wir Bekannt­schaft machen mit Frau Daisy Khan vom ASMA-Institute. Die Ame­ri­can Society for Mus­lim Advan­ce­ment (ASMA) ist eine der größ­ten Ver­bin­dun­gen von Mus­li­men in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten und enga­giert sich stark im inter­re­li­giö­sen Dia­log. Außer­dem wur­den meh­rere Pro­jekte von ASMA ange­sto­ßen, unter ande­rem die Women Isla­mic Initia­tive in Spi­ri­tua­lity and Equa­lity (WISE), wel­che es sich zum Ziel gesetzt hat, die Stimme der Frauen in reli­giö­sen Belan­gen zu stär­ken.

Ein wei­te­res prä­gen­des Erleb­nis in New York war das Mee­ting mit Rabbi Jus­tus Baird vom Auburn Insti­tute. Das Auburn Insti­tute ist eine ehe­ma­lige Kir­che und ein Zen­trum des inter­re­li­giö­sen Dia­logs in der Stadt. Es wird eine starke mediale Prä­senz ange­strebt und Per­so­nen wer­den gezielt auf Pres­se­tref­fen vor­be­rei­tet.

Die Vizepräsidenten-Debatte lie­ßen wir uns natür­lich auch nicht ent­ge­hen und konn­ten sie in einer sehr Demokraten-lastigen Loca­tion anse­hen. Wie alle Umste­hen­den auch lie­ßen wir uns dabei vom pro­vo­kan­ten Lächeln von Joe Biden mit­rei­ßen.

Detroit stand in star­kem Kon­trast zu unse­ren Erleb­nis­sen in New York. Einst eine sehr wohl­ha­bende Stadt, teilte die Stadt das­selbe Schick­sal wie die Indus­trie, die haupt­säch­lich dort ange­sie­delt ist: Die Auto­mo­bil­in­dus­trie. Den­noch lie­ßen wir es uns nicht neh­men, einige inter­es­sante Cha­rak­tere ken­nen­zu­ler­nen. Zwei­mal wur­den wir sogar als Gruppe nach Hause ein­ge­la­den, wobei eines der Tref­fen vom U.S. Depart­ment orga­ni­siert wurde, das andere jedoch eher eine zufäl­lige Begeg­nung gewe­sen ist.

In Erin­ne­rung geblie­ben sind uns die Green Garage, ein Shared-Office im Zen­trum von Detroit mit einer Viel­zahl sozia­ler Unter­neh­men und unser letz­tes Tref­fen mit einer loka­len Jugend­gruppe. Gerade die­ses letzte Tref­fen ermög­lichte uns einen weit­rei­chen­den Ein­blick in die Kul­tur Detroits, wir durf­ten sie haut­nah mit­er­le­ben.

Zu den ein­zel­nen Sta­tio­nen der Reise wur­den von den Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern Reis­be­richte ver­fasst, die wir in Kürze hier ver­öf­fent­li­chen wer­den.

 

Wir kön­nen wie­der  ein­mal rich­tig stolz auf uns sein! Am Sams­tag, 26. Novem­ber 2011 bekam unser Pro­jekt den 1. Preis des Wett­be­werbs „Respekt gewinnt!“ Das freut uns sehr. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und wird jedes Jahr von der Initia­tive „Ber­li­ner Rat­schlag für Demo­kra­tie“ ver­ge­ben. Die Preis­ver­lei­hung fand statt im Ber­li­ner Olym­pia­sta­dion, vor dem Anpfiff des Spiels Her­tha BSC Ber­lin gegen Bayer 04 Lever­ku­sen. Geehrt wur­den die Preis­trä­ge­rin­nen und Preis­trä­ger von Hertha-Präsident Wer­ner Gegen­bauer und Michael Preetz, der nicht nur Hertha-Manager ist, son­dern auch Mit­glied im Ber­li­ner Rat­schlag für Demo­kra­tie. Wei­tere Gra­tu­lan­ten waren TV-Moderator Mitri Sirin, der Inte­gra­ti­ons­be­auf­tragte Gün­ther Pie­ning und unser Schirm­herr Innen­se­na­tor Ehr­hart Kör­ting (SPD).
JUMA war mit einer gro­ßen, glück­li­chen Gruppe zu Gast bei Her­tha und erlebte neben der ganz beson­de­ren Preis­ver­lei­hung auch noch beste Bundesliga-Unterhaltung mit reich­lich Toren: das Spiel endete mit 3:3 unent­schie­den. Wei­tere Infos und Fotos fin­det ihr auf der Web­site des Ber­li­ner Rat­schlags für Demo­kra­tie.

Ein schö­ner Anlass: Am 17. März 2012 fand im Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus die „1 Jahr JUMA“-Feier statt. Hin­ter uns lagen zwölf sehr aktive Monate und etli­che Pro­jekte, wie zum Bei­spiel Open Space, Com­mon Future-Turm, Gesprächs­run­den mit Poli­ti­kern und Wis­sen­schaft­lern, Besu­che des Bun­des­ta­ges, Aktio­nen zu The­men wie Umwelt und Wah­len, Work­shops, gemein­sa­mes Iftar. JUMA hat viele Ideen umge­setzt und gezeigt, dass mus­li­mi­sche Jugend­li­che mit­re­den und etwas bewe­gen wol­len — und dass sie das kön­nen.

Mode­riert von Ufuk Top­kara tausch­ten sich zu Beginn der Fest­ver­an­stal­tung die akti­ven JUMA-Teilnehmer/innen dar­über aus, wie es mit JUMA wei­ter­ge­hen soll, wel­che Wün­sche und Bedürf­nisse es noch gibt.

Begrüßt wur­den die Jugend­li­chen dann von CDU-Politiker Bur­kard Dreg­ger, der spon­tan einige sehr lobende Worte an die JUMAs rich­tete. Er selbst hatte uns im letz­ten Jahr in einem Gespräch ken­nen­ge­lernt, in dem es vor allem um die Frage ging: “Ist der Islam ein Teil von Deutsch­land?”

Es folgte eine hoch inter­es­sante Podi­ums­dis­kus­sion, in der sich fünf JUMAs und JUGAs den kri­ti­schen Fra­gen der Tagesspiegel-Redakteurin Clau­dia Kel­ler stell­ten, ob und was genau JUMA eigent­lich gebracht hat.

Zum Auf­lo­ckern gab es ein pas­sen­des Unter­hal­tungs­pro­gramm: I’Slam tra­ten auf (Hier der Mit­schnitt), und für Musik sorgte die die Gruppe „al-sultana“.

Nach die­sem Pro­gramm­punkt ging es wei­ter mit einem Impuls­re­fe­rat von Andy Abbas Schulz vom Ver­ein für Inte­gra­tion und Jugend­hilfe “Licht­jugend” e. V. (hier im Video Teil 1 und Teil 2), der über die reli­giöse Ver­ant­wor­tung der JUMAs sprach, das im Rah­men des Pro­jekts erwor­bene Wis­sen und gebo­te­nen Chan­cen auch an andere wei­ter­zu­ge­ben (Hier der Mit­schnitt, Teil 1 und Teil 2).

Anschlie­ßend wurde das bis­her Gehörte in Arbeits­grup­pen wei­ter­dis­ku­tiert und ver­tieft. Hier wur­den viele inter­es­sante Anre­gun­gen gesam­melt, die in die wei­tere Gestal­tung des Pro­jekts ein­flie­ßen wer­den. Dazu bald mehr.

Im zwei­ten Teil wurde das bis­her Erreichte mit den JUMAs und JUGAs, ihren Fami­lien, Freun­den, Ver­bands­ver­tre­tern, Inter­es­sier­ten und Unter­stüt­zern von JUMA & JUGA, gebüh­rend gefei­ert.

Die Gäste sahen den neuen JUMA-Clip, und einem beson­ders enga­gier­ten JUMA-Teilnehmer wurde ein Ori­gi­nal­triot von Her­tha BSC mit JUMA Schrift­zug über­reicht. Mit dem Tri­kot war das Pro­jekt im ver­gan­ge­nen Jahr im Rah­men des Ber­li­ner Wett­be­werbs „Respekt gewinnt“ aus­ge­zeich­net wor­den.

Beim abschlie­ßen­den Buf­fet wur­den neue Kon­takte ver­tieft, es wurde wei­ter leb­haft dis­ku­tiert, und viele neue Pläne und Ideen ent­stan­den. Ganz zum Schluss gab es noch einige Worte von den Orga­ni­sa­to­ren, die ihren Stolz und ihre Freude über alles bis­her Erreichte und Erlebte zum Aus­druck brachte.

Zwei Mannschaften - ein selbst ernannter Kapitän - ein Ziel

Mon­tag — 20.05.2013 — Uhr­zeit: früh­mor­gens, erzählt vom JUMA-Teilnehmer Ser­can

Die Fußball- und Vol­ley­ball­mann­schaft von JUMA nimmt Kurs auf den 7. Müsiad Cup, einem Familien-, aber viel mehr einem Sport­fest, orga­ni­siert vom Jugend­ver­band des Ver­eins unab­hän­gi­ger Indus­tri­el­ler und Unter­neh­mer “Young Müsiad”, wel­cher im Post­sta­dion Ber­lin statt­fin­det.

JUMA ist aber mehr! Des­we­gen stel­len die jun­gen Akti­ven von 12 bis 18 Uhr einen Stand, an dem sie über ihr Pro­jekt infor­mie­ren, neue Her­zen gewin­nen und begeis­tern möch­ten.

Die jumai­sche Fuß­ball­mann­schaft

Anpfiff! Die Jungs der Fuß­ball­mann­schaft, bestehend aus etwa vier Aktiv- und wei­te­ren Hobby-JUMAnern, ste­hen auf dem Feld und müs­sen sich zunächst gegen die Mann­schaft des Ing. Büros Kara­kaya behaup­ten — lei­der ver­geb­lich. Sie ver­lie­ren eins zu null, “aber nur durch ein Glücks­tor”, so der selbst­er­nannte Kapi­tän der Mann­schaft Faiz (obere Reihe — mit­tig), der zu die­sem Zeit­punkt als Tor­wart fun­gierte.

Das zweite Spiel war schwie­rig. “Papa­tyam Coif­feur”, Titel­ver­tei­di­ger vom letz­ten Jahr, gewann gegen das JUMA-Team deut­lich und ver­dient. Eine Aus­rede für die­ses Spiel hatte der selbst­er­nannte Kapi­tän dies­mal nicht parat. Als neu­tra­ler Beob­ach­ter fiel mir aber auf, dass das geg­ne­ri­sche Team ein­ge­spielt war, die JUMA­ner hin­ge­gen spiel­ten zum ers­ten Mal zusam­men — das war im Übri­gen auch unschwer zu erken­nen, selbst für den, der nicht viel ver­steht vom Fuß­ball.

Auch das letzte Spiel ging für die JUMA­ner unglück­lich aus und bedeu­tete damit das Tur­nier­aus. Das geg­ne­ri­sche Team mit dem irre­füh­ren­den Namen “Medi­cus Pfle­ge­dienst” gewann mit einem zwei zu null. Natür­lich folgte auch hier eine pas­sende Aus­rede, die dies­mal aller­dings Ele­mente der Wahr­heit ent­hielt: “Wir hat­ten viel mehr Chan­cen, konn­ten diese aber nicht ver­wer­ten. Außer­dem hat­ten wir kei­nen rich­ti­gen Tor­wart.” Letz­te­res hätte man sogar dick unter­strei­chen kön­nen, denn die klei­nen Aus­ein­an­der­set­zun­gen um die Posi­tio­nen inner­halb der Mann­schaft waren auch vom Spiel­feld­rand nicht zu über­se­hen.

Abdurra­him und Profi-Cheerleader Arman

Das Vol­ley­ball­team der Frauen hatte auch nicht beson­ders viel Glück. Sie ver­lo­ren eben­falls alle Spiele und muss­ten sich dem­entspre­chend sehr früh vom Tur­nier ver­ab­schie­den. Schade, aber auch hier war das abzu­se­hen. Das Team spielte näm­lich zum ers­ten Mal zusam­men und war somit bei wei­tem nicht so gut ein­ge­spielt wie die geg­ne­ri­schen Mann­schaf­ten. Viel­leicht, so die Hoff­nung, haben die JUMA­ner jetzt dazu gelernt und trai­nie­ren das nächste Mal, bevor sie laute Töne von sich geben und sich auf das Spiel­feld wagen.

JUMA­ner beim Üben einer Gewin­ner­pose für den nächs­ten Müsiad Cup

Aber noch mal zurück zum JUMA-Stand und end­lich weg von dem sport­li­chen Erfolg unse­rer Mann­schaf­ten — Hier hal­fen so einige der jun­gen Akti­ven tat­kräf­tig mit, dar­un­ter auch Arman, “der pro­fes­sio­nelle Stim­mungs­ma­cher und Cheer­lea­der”, wie er sich selbst bezeich­net, konnte zusam­men mit ande­ren JUMA­nern Inter­es­sierte auf­klä­ren und viele von ihnen für ein Foto vor unse­rer men­schen­gro­ßen “Code of Ethics”–Lein­wand begeis­tern. Selbst das Gewin­ner­team des Fuß­ball­tur­niers, erneut “Papa­tyam Coif­feur”, konn­ten wir erfolg­reich zu einem Foto zwing.. über­re­den!

Auch wenn wir also nicht die sport­li­chen Gewin­ner waren, so wur­den wir doch wenigs­tens zu den Gewin­nern der Her­zen. Dafür durf­ten wir dann immer­hin kurz mit dem Pokal posie­ren. Auf ein erfolg­rei­ches nächs­tes Mal!

Bericht einer JUMA-Teilnehmerin:

Eröff­net wurde die Fach­kon­fe­renz zum Thema „‘Isla­mis­mus‘: Per­spek­ti­ven – Posi­tio­nen – Prä­ven­tion“ orga­ni­siert von der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) am 22.11.2011 von der Bun­des­mi­nis­te­rin für Fami­lie, Senio­ren, Frauen und Jugend, Frau Dr. Kris­tina Schrö­der. In ihrer Rede am Mit­tag des lan­gen Kon­fe­renz­ta­ges stellte die Bun­des­mi­nis­te­rin zunächst die von ihrem Minis­te­rium geför­derte Stu­die der KAS „Jugend­li­che und Isla­mis­mus in Deutsch­land“ vor und betonte, dass Bil­dung und gute Deutsch­kennt­nisse wich­tige Vor­aus­set­zun­gen seien bei der Prä­ven­tion einer Radi­ka­li­sie­rung jun­ger Mus­lime. Eine Zusam­men­fas­sung und ein Mit­schnitt der Rede fin­den sich auf der Inter­net­seite der KAS (http://www.kas.de/wf/de/33.29483/).

Neben eini­gen nicht son­der­lich neu­tra­len Aus­sa­gen der Stu­die ist es doch auch gut, dass sie zeigt, dass mus­li­mi­sche Jugend­li­che mehr Aner­ken­nung in der Gesell­schaft suchen, weil sie häu­fig auch mit Dis­kri­mi­nie­rung im All­tag kon­fron­tiert sind. Dass Isla­mis­mus in Deutsch­land nicht mehr oder weni­ger gefähr­lich ist als jeg­li­che Form extre­mis­ti­scher Bewe­gun­gen und der Fokus auch auf andere extre­mis­ti­sche Gefah­ren wie wach­sende Mus­lim­feind­lich­keit oder natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Bewe­gun­gen gelegt wer­den muss, zei­gen aktu­elle Ereig­nisse deut­lich.

Die fol­gen­den Red­ner und Podien beschäf­tig­ten sich anschlie­ßend mit der Ursa­chen­for­schung und Prä­ven­ti­ons­stra­te­gien bei der Radi­ka­li­sie­rung von (mus­li­mi­schen) Jugend­li­chen.

Sowohl im fami­liä­ren als auch gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Kon­text sei die Frage der Iden­ti­tät und Iden­ti­täts­fin­dung jugend­li­cher Mus­lime von gro­ßer Bedeu­tung. Sich selbst zu defi­nie­ren, sei für junge Mus­lime in Deutsch­land nicht immer leicht, wir bei JUMA sind aber der Beweis dafür, dass sich viele Iden­ti­tä­ten oder Eigen­schaf­ten wie Mus­lim, Schü­ler oder Ber­li­ner ver­ei­nen las­sen. Inter­es­sant und wich­tig war die Aus­sage, man müsse auch auf dem Gebiet der Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­ar­beit noch viel mehr für das Empower­ing mus­li­mi­scher Jugend­li­cher tun, um eine grö­ßere gesell­schaft­li­che Akzep­tanz zu errei­chen und Dis­kri­mi­nie­rung zu ver­min­dern.

Schließ­lich sprach das letzte Podium am spä­ten Nach­mit­tag, an dem unsere Pro­jekt­lei­te­rin Asia Afaneh-Zureiki eben­falls teil­nahm, über kon­krete Pro­jekte mit mus­li­mi­schen Jugend­li­chen, die im Bereich der Prä­ven­tion von Radi­ka­li­sie­rung tätig sind. Dabei wur­den beson­ders die Mög­lich­kei­ten und Gren­zen von poli­ti­scher Bil­dung und inter­re­li­giö­sem Dia­log her­aus­ge­stellt.

Vor allem Asia und der Spre­cher des Rates mus­li­mi­scher Stu­die­ren­der und Aka­de­mi­ker (RAMSA), Bacem Dziri, lie­fer­ten kon­krete Bei­spiele von Pro­jek­ten wie unse­rem JUMA-Projekt oder mus­li­mi­schen Hoch­schul­grup­pen. Sie stellte die Bedeu­tung der Zusam­men­ar­beit mit und der Ein­bin­dung von gerade jun­gen Mus­li­men in den Dia­log unter­ein­an­der und mit der Gesell­schaft her­aus. Asia berich­tete von wich­ti­gen Aspek­ten des JUMA-Projektes wie der Koope­ra­tion mit Moschee­ver­ei­nen oder der Reli­gio­si­tät der jun­gen Mus­lime, in der sie ihr poli­ti­sches Enga­ge­ment begrün­det sehen. Viele der JUMA-Teilnehmer sind ehren­amt­lich aktiv in ihren Moscheen oder haben die Hilfe von Ima­men und Gemein­den bei Pro­jek­ten nut­zen kön­nen. Was JUMA und den Bei­trag von Asia von den ande­ren unter­schied, war eben­falls der Zusam­men­hang zwi­schen der bewuss­ten reli­giö­sen Iden­ti­tät der JUMA-Teilnehmer und ihrem Enga­ge­ment. Aus dem Islam wächst für die JUMAs auch eine Ver­pflich­tung für poli­ti­sche und gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung.

Sie nannte aller­dings auch einen wich­ti­gen Punkt, der inner­halb der Kon­fe­renz einige Male ange­spro­chen wurde, aller­dings trotz­dem etwas unter­ging. Die vor­ge­stell­ten Stu­dien bezie­hen sich meist auf einige wenige Schu­len in „bil­dungs­be­nach­tei­lig­ten“ Bezir­ken und seien so sicher nicht reprä­sen­ta­tiv, da es, wie Asia her­aus­stellte, keine Stu­die gäbe, die beweise, dass mus­li­mi­sche Jugend­li­che extre­mis­ti­scher seien als andere. Es könne nur durch gemein­same Arbeit zu einem gemein­sa­men Aus­tausch kom­men, für den mus­li­mi­sche Jugend­li­che wie z.B. im JUMA-Projekt über­aus bereit und gewillt sind, sodass unter ande­rem auch Prä­ven­ti­ons­ar­beit gegen Radi­ka­li­sie­rung geleis­tet wer­den könne.

Mit­ten im Leben- JUMA auf der FES-Konferenz- Mus­li­mi­sche Jugend­kul­tu­ren in Deutsch­land

Am 30. Januar 2013 stand auch die Kon­fe­renz der Friedrich-Ebert Stif­tung unter die­sem Motto. Jugend­in­itia­ti­ven mus­li­mi­schen Glau­bens mischen auch in der kul­tu­rel­len Land­schaft Deutsch­lands mit und haben sich auf der Kon­fe­renz sicht­bar gemacht.

JUMA war Koope­ra­ti­ons­part­ner der Kon­fe­renz und dem­entspre­chend stark ver­tre­ten. Auch i,Slam und dem Zahnräder-Netzwerk waren am Bord. Wie viel­fäl­tig die Land­schaft der Jugend­kul­tu­ren inner­halb der mus­li­mi­schen Com­mu­nity ist, wurde am 30. Januar 2013 in der Fried­rich Ebert Stif­tung deut­lich. Aber wie „mus­li­misch“ sind diese Jugend­kul­tu­ren eigent­lich? Wie viel Wert legen sie sel­ber auf „isla­mi­sche Werte“? Wie groß ist die Gefahr der Radi­ka­li­sie­rung tat­säch­lich? Wies stark ist die sala­fis­ti­sche Szene? Wo orga­ni­sie­ren sie sich junge Mus­lime und vor allem: womit beschäf­ti­gen sich Jugend­li­che mus­li­mi­schen Glau­bens über­haupt? Fra­gen, die bereits zu Beginn der Kon­fe­renz auf­ge­wor­fen und auch auf der Podi­ums­dis­kus­sion bespro­chen wur­den. Den Platz für das JUMA-Projekt auf der beleb­ten Podi­ums­dis­kus­sion zu den The­men mus­li­mi­sches Enga­ge­ment im kul­tu­rel­len Bereich und Radi­ka­li­sie­rung und Re-islamisierung der mus­li­mi­schen Jugend nahm die JUMA-Teilnehmerin Kübra Özer­mis ein. Hier­bei wurde deut­lich, dass die mus­li­mi­schen Jugend­kul­tu­ren eben nicht von einer Gruppe oder Strö­mung pri­mär domi­niert wer­den, son­dern viel­fäl­tig ori­en­tiert sind. Stets wurde der Zusam­men­hang von Enga­ge­ment und Iden­ti­tät betont. Doch dar­auf folgte schon die nächste Frage: Was ist über­haupt Iden­ti­tät? Und kann man davon auch gleich meh­rere haben? Diese kom­plexe Frage musste jeder für sich beant­wor­ten, denn auch die Pra­xis sollte noch zu Wort kom­men.

Eine Aus­wahl an Jugend­in­itia­ti­ven wurde dann auch vor­ge­stellt und inter­viewt, wobei JUMA von Cemal Aydin ver­tre­ten wurde. Mit dabei waren aber auch die JUMA­ner Yous­sef Adlah und You­nes Al-Amayra, die ihr eige­nes erfolg­rei­ches Pro­jekt i,Slam vor­stell­ten. Hier­bei stellte man fest, dass nicht nur die Dis­kus­sion um Jugend­kul­tu­ren kom­pli­ziert sein kann, son­dern auch die Umset­zung. Die Teil­neh­mer erklär­ten jeweils die doch unter­schied­li­chen Struk­tu­ren ihrer Pro­jekte und berich­te­ten von ihrem bis­he­ri­gen Erfolg. JUMA stieß auf sehr posi­tive Reso­nanz und wurde auch nach den Vor­trä­gen von inter­es­sier­ten Teil­neh­mern ange­spro­chen.

Nach den Wort­bei­trä­gen und Dis­kus­sio­nen tausch­ten sich die Teil­neh­mer der Kon­fe­renz im World Café mit­ein­an­der aus. Eines der adres­sier­ten The­men wurde von Saw­san Chebli mode­riert, die auch das JUMA-Projekt ent­wi­ckelt hat. Neben dem Aus­tausch über Ras­sis­mus und die mediale Dar­stel­lung von Mus­li­men konnte man sich auf sub­jek­ti­ver Ebene mit Teil­neh­mern aus­tau­schen, die noch nicht zu Wort gekom­men waren und ihren Ein­druck zu dem Thema Enga­ge­ment von Mus­li­men erfra­gen.

Quint­es­senz der Ver­an­stal­tung war: Mus­li­mi­sche Jugend­kul­tur leis­tet einen immen­sen Bei­trag für unsere Gesell­schaft und muss mehr geschätzt und sicht­bar gemacht wer­den. Es wurde jedoch auch betont, dass sehr viele Mus­lime auch ihren Platz in Pro­jek­ten, Par­teien und Orga­ni­sa­tio­nen fin­den, die nicht unbe­dingt „mus­li­misch“ sind. Bei­des ist unent­behr­lich für ein gemein­sa­mes Mit­ein­an­der und den Zusam­men­halt in einer Gesell­schaft.

150 Jugend­li­che kamen zum JUMA-Iftar (Fas­ten­bre­chen) am 22. August 2011. Die The­men­gruppe „Inne­ris­la­mi­scher Dia­log“ orga­ni­sierte den schö­nen Abend. Bei dem Orga-Team über­raschte es nicht, dass sie sich etwas Beson­de­res aus­ge­dacht haben. Ihr Ziel war natür­lich, dass sich die ver­schie­de­nen Gäste bes­ser ken­nen ler­nen. Jede/r Teilnehmer/in zog bei der Anmel­dung eine Num­mer und wurde dann einen 6er- oder 8er-Tisch zuge­ord­net. Zwar muss­ten sie sich auf diese Weise von ihren Freun­den fürs Erste tren­nen, konn­ten aber die Bekannt­schaft mit neuen Jugend­li­chen am Tisch machen.

Zu Beginn des Pro­gramms begrüß­ten Pro­jekt­lei­te­rin Asia Afaneh-Zureiki und RAA-Geschäftsführerin Britta Koll­berg die Gäste. Ein Höhe­punkt des Abends waren die selbst­ge­schrie­be­nen Gedichte von JUMA-Teilnehmer Yous­sef A.

Auch Schirm­herr Dr. Ehr­hart Kör­ting besuchte wie­der ein­mal das Pro­jekt und fand ein paar nette Worte für die Jugend­li­chen. Schließ­lich bot das Pro­gramm noch ein Quiz. Und da muss­ten die Jugend­li­chen bewei­sen, wie gut sie sich mitt­ler­weile als Team zusam­men­ge­fun­den haben, denn sie tra­ten gegen­ein­an­der an.

Um 20:22 Uhr wurde dann mit dem Adhan gleich­zei­tig das Fas­ten gebro­chen und das Buf­fet eröff­net.

Kom­men­tare der Gäste

das war heute ein super Abend. Dan­ke­schön an alle die an der Orga­ni­sa­tion betei­ligt waren und uns die­sen wun­der­vol­len Abend ermög­licht haben =) “
JUMA-Teilnehmer

Ich wollte mich noch mal sehr herz­lich bedan­ken, dass ich an so einem tol­len Pro­jekt [JUGA] teil­neh­men durfte. Ich habe wirk­lich viel gelernt und die Erfah­run­gen, die ich hier gemacht habe sind wirk­lich unbe­zahl­bar, nicht zuletzt wegen dem wun­der­volle Iftar am Mon­tag Abend“
Nura Det­wei­ler, Büro für Außen­be­zie­hun­gen des Natio­na­len Geis­ti­gen Rates der Bahá’í in Deutsch­land, Ber­li­ner Ver­tre­tung

Ich wollte unbe­dingt noch­mal sagen, dass ich das Iftar ges­tern rich­tig schön fand. Die gesamte Ver­an­stal­tung war von vorne bis hin­ten gelun­gen und meine Tisch­nach­barn waren wun­der­bare Gesprächs­part­ner.  Das Essen war super lecker und ich emp­fehle den Cate­rer sehr gerne wei­tere. Gra­tu­la­tion zu einer ins­ge­samt sehr gelun­ge­nen Ver­an­stal­tung!“
Alina Braml. Refe­ren­tin für Presse-und Öffent­lich­keits­ar­beit, Büro für Außen­be­zie­hun­gen des Natio­na­len Geis­ti­gen Rates der Bahá’í in Deutsch­land, Ber­li­ner Ver­tre­tung

Ich habe durch­ge­hend nur sehr gute Rück­mel­dun­gen von mei­nen Jumas erhal­ten. Mir sel­ber hat es auch sehr gut gefal­len.  Also, Lob und Dank an alle Betei­lig­ten.“
Der­vis Hiz­arci, Mode­ra­tor vom JUMA-Projekt (The­men­grup­pen­mo­de­ra­tor: Chan­cen­gleich­heit)

Vie­len Dank für den wirk­lich sehr schö­nen Abend und das unglaub­lich leckere Essen, das war alles so ein High­light im Rama­dan — mascha’Allah :-)))“
Cha­lid Dur­mosch, Mode­ra­tor vom JUMA-Projekt (The­men­gruppe: Iden­ti­tät)

Bara­k­Al­la­hu­fee­kum für den schö­nen und gelun­ge­nen Iftar-Abend Gruppe inne­ris­la­mi­scher Dia­log […] & die ande­ren Mit­wir­ken­den! Möge Allah euch dafür reich­lich beloh­nen!“
JUMA-Teilnehmer

sup­pe­errrr­toll­leerrr erfolg­rei­cher Abend gewe­sen… dannk­keeeee für die Gruppe die das alles auf die Beine gestellt haben und danke an alle ande­ren die das ermög­licht haben…“
JUMA-Teilnehmer