Jun­ge Mus­li­me enga­gie­ren sich. Dabei tref­fen sie immer häu­fi­ger mit hoch­ran­gi­gen Poli­ti­kern zusam­men, mode­rie­ren Ver­an­stal­tun­gen oder wer­den zu beson­de­ren Anläs­sen ein­ge­la­den. Im All­tag kennt man das klei­ne Ein­mal­eins des guten Beneh­mens — aber wie ver­hält man sich rich­tig in unge­wohn­ten Situa­tio­nen, bei denen es drauf ankommt, den eige­nen Ver­ein oder sich selbst posi­tiv dar­zu­stel­len? Mit wel­chen Wor­ten begrüßt man einen Poli­ti­ker? Wie stellt man Gäs­te in der rich­ti­gen Rei­hen­fol­ge vor? Was zieht man bei einem Ban­kett an und wie fällt man zu Tisch posi­tiv auf? Die­se und wei­te­re Fra­gen konn­te Frau Jut­ta Palz­hoff, Exper­tin und Trai­ne­rin für moder­ne Umgangs­for­men, am Sams­tag inter­es­sier­ten Jugend­li­chen im Rah­men eines JUMA‐Workshops beant­wor­ten.

Wer an Regeln des guten Beneh­mens denkt, dem fällt zwangs­läu­fig der Begriff “Knig­ge” ein. Frau Palz­hoff gab einen kur­zen geschicht­li­chen Abriss über die Per­son des Frei­herrn aus dem 18ten Jahr­hun­dert und erläu­te­re­te sei­ne Moti­va­ti­on, die gehei­men Regeln des Adels, allen zugäng­lich zu machen. Bis heu­te beschäf­tigt sich ein Arbeits­kreis damit, die­se Regeln der Eti­ket­te, am Leben und modern zu hal­ten. Denn Vie­les ver­än­dert sich im Lau­fe der Zeit, wie das klei­ne Bei­spiel des Nie­sens zeigt. Sag­te man bis vor weni­gen Jah­ren noch “Gesund­heit”, so wird heu­te jede Art von kör­per­li­chen Geräu­schen höf­li­cher­wei­se von der Umge­bung igno­riert.

Inter­es­san­te Gesprä­che erga­ben sich im Rah­men des Work­shops vor allem im Ver­gleich mit den mus­li­mi­schen Ver­hal­tens­re­geln. Ob es sich dabei um die fei­ne Art des Essens mit dem Löf­fel, das respekt­vol­le Auf­ste­hen beim Erschei­nen eines Älte­ren oder die Klei­d­erre­geln für Her­ren und Damen han­del­te — es zeig­te sich, dass die tra­di­tio­nel­len Benimm­re­geln der mus­li­mi­schen Kul­tu­ren der Teil­neh­mer in vie­ler­lei Wei­se mit den Knig­ge­re­geln des deutsch­spra­chi­gen Raums har­mo­nier­ten und die Work­shop­teil­neh­mer die Auf­ga­ben der Refe­ren­tin instink­tiv rich­tig lös­ten. So konn­te man sich wäh­rend des Work­shops auf gemein­sa­me Grund­la­gen stüt­zen und sich stär­ker auf Detail­fra­gen kon­zen­trie­ren: Wie und wann über­reicht man eine Visi­ten­kar­te? Wer steht rechts und wer links bei einem Ehren­ge­leit? Wo plat­ziert man bei einer Ver­an­stal­tung den Gast und des­sen Ehe­part­ner? Wie stellt man sich in einem Bewer­bung­ge­spräch opti­mal vor? … und vie­les mehr.

Wen die­ses The­ma wei­ter inter­es­siert, dem emp­fiehlt Frau Palz­hoff fol­gen­den Rat­ge­ber

Guter Rat: Knig­ge modern: So tre­ten Sie sicher und zeit­ge­mäß auf
von Hans‐Michael Klein
erschie­nen bei Cor­nel­sen Scrip­tor
ISBN‐13: 978–3411864508
ca. 9€