QURARO ist ein Demo­kra­tie­lern­spiel, das jun­ge Mus­li­me aus Baden‐Württemberg ent­wi­ckelt haben und das jetzt als Pilot­pro­jekt in der Regi­on Heil­bronn getes­tet wird. Als beson­de­res Ange­bot bie­tet QUARARO Ver­ei­nen, Insti­tu­tio­nen und Grup­pen mit beson­de­rer Exper­ti­se die Mög­lich­keit, ihr Know­how in Modu­le zu ver­pa­cken, die im Rah­men von QUARARO gespielt wer­den kön­nen. Als mus­li­mi­scher Jugend­ver­ein setzt sich JUMA u.a. gegen die Dis­kri­mi­nie­rung von Mus­li­men ein und möch­te auf die viel­fäl­ti­gen Ausgrenzungs‐ und Ras­sis­muser­fah­run­gen auf­merk­sam machen, die jun­ge Mus­li­me im All­tag erle­ben. Die­se Infor­ma­tio­nen haben die Jumaner*innen aus Stutt­gart und Heil­bronn in einem Work­shop in ein QUARARO‐Modul ver­packt, das zum 1. Juli, dem Tag gegen Anti­mus­li­mi­schen Ras­sis­mus, ver­öf­fent­licht wer­den soll.

Die Workshopleiter*innen vom QUARARO‐Team erklär­ten zuerst die Spiel­wei­se von QUARARO und die Beson­der­hei­ten der unter­schied­li­chen Fra­ge­ebe­nen. Danach folg­te ein Brain­stor­ming. “Was fällt Euch alles zum The­ma Anti­mus­li­mi­scher Ras­sis­mus ein?” — Die Auf­lis­tung war viel­fäl­tig und spreng­te fast die zur Ver­fü­gung ste­hen­de Tafel. All­ge­mei­ne Begrif­fe flos­sen dar­in genau­so ein, wie vie­le der Sze­na­ri­en, die die jun­gen Mus­li­me bereits selbst erlebt oder beob­ach­tet haben.

Dar­aus schmie­de­ten sie inner­halb von drei Stun­den ein dif­fe­ren­zier­tes und anspruchs­vol­les Modul. Die Schwie­rig­keit bei Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­an­ge­bo­ten ist es, Dis­kri­mi­nie­rungs­er­fah­run­gen nicht zu wie­der­ho­len. Beson­ders in unge­schütz­ten Räu­men, in denen die Grup­pen sowohl aus Teil­neh­men­den bestehen, die Dis­kri­mi­nie­rung selbst erlebt haben und jenen, die bis­her noch wenig Erfah­run­gen mit Dis­kri­mi­nie­rung gemacht haben, dür­fen durch unbe­dach­te Äuße­run­gen, Spott und Unver­ständ­nis, schmerz­haf­te Erleb­nis­se nicht wie­der­holt wer­den. In Abstim­mung mit einer Anti­ras­sis­mus­trai­ne­rin von Cross­over ist das Modul des­halb so kon­zi­piert, dass bei bestimm­ten Fra­ge­stel­lun­gen die Grup­pe getrennt wird, um in Ruhe schmerz­haf­te The­men bespre­chen zu kön­nen und Ent­schei­dungs­pro­zes­se in Klein­grup­pen zu ermög­li­chen. Die anschlie­ßen­de Refle­xi­on dar­über, wie Ent­schei­dun­gen sich evtl. auch aus Betroffenen‐ und Nicht‐Betroffenensicht unter­schei­den kön­nen ist eine wei­te­re Refle­xi­ons­mög­lich­keit, die sich beim QUARARO‐Spiel in die­sem Modul ergibt.

Das Modul ist jetzt unter www.quararo.juma-ev.de kos­ten­los erreich­bar. JUMA hofft damit ein Tool ent­wi­ckelt zu haben, dass Enga­gier­te in der dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en Arbeit unter­stützt und spe­zi­ell die Erleb­nis­se von Anti­mus­li­mi­schem Ras­sis­mus nach­voll­zieh­bar macht.