Im Novem­ber 2019 hat­ten sich die Jumaner*innen aus Heil­bronn ein beson­de­res Pro­jekt über­legt: Die damals 15jährige Nur­se­da hat­te ange­regt, etwas für Obdach­lo­se zu tun. Gleich­zei­tig kamen noch Vor­schlä­ge zu Upcy­cling und Nähen aus der Grup­pe. So ent­stand das Kon­zept von JuWin­Ca (Juma Win­ter Care). Mit nicht­ver­käuf­li­chen Alt­klei­dern, vor allem Pull­overn und Sweat­shirts näh­ten die Jugend­li­chen an 4 Tagen in den Herbst­fe­ri­en gefüt­ter­te Patch­work­de­cken, die man auch zu Schlaf­sä­cken zusam­men­set­zen konn­te. Die­se 10 Decken spen­de­ten sie dem Erfrie­rungs­schutz, der obdach­lo­sen Men­schen in den kal­ten Mona­ten ein war­mes Bett zum Schla­fen bie­tet. Mit die­sem Pro­jekt bewar­ben sich die Jugend­li­chen bei der Bür­ger­stif­tung Heil­bronn, die zum 8. mal den Bür­ger­preis aus­schrieb und die­ses Mal unter das The­ma “Nach­hal­tig­keit” stellt.

Der Preis wen­det sich einer­seits an nicht­kom­mer­zi­el­le Initia­ti­ven und Orga­ni­sa­tio­nen in Heil­bronn, die sich ein­set­zen für nach­hal­ti­ges Produktions‐, Nutzungs‐ und Ent­sor­gungs­ver­hal­ten von Res­sour­cen im All­tag, die Pro­jek­te und Ide­en ent­wi­ckeln, die Stra­te­gi­en für einen nach­hal­ti­gen Kon­sum im Blick haben. Er wen­det sich auch an Per­so­nen, die sich ehren­amt­lich für die­se Zie­le ein­set­zen. Und er wen­det sich wei­ter an Per­so­nen jeden Alters, die neue Ide­en für nach­hal­ti­ges Ver­hal­ten im All­tag ent­wi­ckeln“, infor­miert Ange­li­ka Bies­dorf vom Vor­stand der Stif­tung.

Die Orts­grup­pe Heil­bronn von Juma Baden‐Württemberg war unter den Preisträger*innen, doch war noch nicht die Plat­zie­rung bekannt. Am Don­ners­tag­abend, den 1.10.2020 waren Nur­se­da und Nisa ein­ge­la­den an der Preis­ver­lei­hung im Sci­ence Dome der Expe­ri­men­ta Heil­bronn teil­zu­neh­men. Trotz Coro­na fand eine beein­dru­cken­de Prä­senz­preis­ver­lei­hung statt, mit her­aus­ra­gen­den jun­gen Künstler*innen als Rah­men­pro­gramm und einer Highttech‐Filmpräsentation im 3D‐Globe des Cen­ters. Mit beson­de­rer Auf­re­gung ver­folg­ten die bei­den Juma­ne­rin­nen die Preis­ver­lei­hung. Als sie weder die Plät­ze 6 bis 4, noch 3, noch 2 gewon­nen hat­ten, kam Auf­re­gung auf. Hat­ten die jun­gen Mus­li­me tat­säch­lich den ers­ten Platz in der Kate­go­rie “außer­schu­lisch” geholt?

Als Frau Bies­dorf die Akti­on JuWin­Ca ankün­dig­te war klar, dass sie den dies­jäh­ri­gen Nach­hal­tig­keitsa­ward gewon­nen hat­ten. Zwei jun­ge Mus­li­min­nen stan­den auf der gro­ßen Büh­ne vor einem vor­wie­gend wei­ßen und gut­bür­ger­li­chen Publi­kum, das sich begeis­tert für die bei­den Mäd­chen freu­te. Politiker*innen und Pres­se spra­chen sie im Anschluss im Foy­er noch an, lob­ten ihren Ein­satz und frag­ten nach wei­te­ren Akti­vi­tä­ten.

Es zeig­te sich, dass man manch­mal nicht viel sagen muss, um die Wer­te der eige­nen Reli­gi­on zu erklä­ren. Manch­mal hilft es, es ein­fach zu tun — und sich mit Barm­her­zig­keit, Für­sor­ge und Umwelt­schutz für die Gesamt­ge­sell­schaft ein­zu­brin­gen.